Internationale Bedenken wegen Risiken der Synthetischen Biologie - Kommission in den USA bagatellisiert die Risiken künstlicher Lebewesen

München / Washington D.C. 15. Dezember 2010. 58 Organisationen aus 22 Ländern kritisieren die heute veröffentlichten Empfehlungen einer Ethik-Kommission zum Umgang mit der Synthetischen Biologie. Ihrer Ansicht nach werden die Risiken für Mensch und Umwelt in dem Bericht nicht ausreichend berücksichtigt. US- Präsident Barack Obama hatte die Kommission eingesetzt, um ethische Fragen im Bereich der Biotechnologie zu klären.

In einem gemeinsamen Brief, der auch von Testbiotech gezeichnet wird, werden die Vorschläge der Kommission im Hinblick auf die aktuellen Entwicklungen der Synthetischen Biologie als unzureichend zurückgewiesen. Im Detail kritisieren die Organisationen die Empfehlungen wegen folgender Mängel: Vernachlässigung des Vorsorgeprinzips, unzureichende Bewertung der Umweltrisiken, zu großes Vertrauen in technische Hilfsmittel wie “Selbstmord-Gene”, die verhindern sollen, dass sich die Organismen in der Umwelt ausbreiten. Zudem wird vor allem auf die Selbstkontrolle der Firmen gesetzt.

„Es gibt zu viele offene Fragen und Unsicherheiten im Zusammenhang mit der Produktion und dem Einsatz künstlicher Lebensformen. Wir brauchen klare internationale Regelungen, um die biologische Vielfalt vor Freisetzungen zu schützen. Zudem sollte die Aktivität der Firmen, die Gene synthetisieren, von unabhängiger Seite überwacht werden”, sagt Christoph Then von Testbiotech.

In dem gemeinsamen Brief der 58 Organisationen wird ein Moratorium bei der Kommerzialisierung und der Freisetzung Synthetischer Organismen gefordert. Dieses Moratorium soll mindestens so lange gelten, bis ausreichende Studien über die Risiken für Mensch Umwelt und sozio-ökonomische Auswirkungen dieser neuen Technologie vorliegen.

Für weitere Fragen kontaktieren Sie bitte Christoph Then unter 0151 54638040, E-mail info@testbiotech.org

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